Dienstleistungen · Fachartikel
Content-Management-System für Unternehmen
Ein Content-Management-System (CMS) ist die Software-Schicht, die zwischen Webdesigner und Auftraggeber sitzt: nach Projektabschluss kann der Auftraggeber selbst Texte, Bilder und Seiten ändern, ohne in den HTML-Quellcode greifen zu müssen. Welches CMS dafür das richtige ist, hängt weniger an Software-Features als an drei Faktoren — Mandats-Größe, Mehrsprachigkeit und verfügbare Pflegestunden des Auftraggebers.
Typo3 — der Mittelstands-Klassiker
Typo3 ist seit 1998 eine deutsche Open-Source-Lösung für komplexere Webseiten. Stärken sind das durchdachte Mehrsprachen-Konzept, das granulare Rechte-System und die Skalierbarkeit auf große Inhalts-Bestände. Schwäche ist die Lernkurve — Typo3 erwartet eine kompetente Redaktion, die mit dem Backend trainiert ist. Für eine Mittelstands-Site mit vier Sprachen und sieben Redakteuren ist Typo3 oft die effizienteste Wahl. Für eine Praxis-Webseite mit dreißig Inhalts-Updates pro Jahr ist es überdimensioniert.
WordPress — der Pragmatismus-Sieger
WordPress trägt seit 2003 den größten Anteil am CMS-Markt — über 40 Prozent aller Webseiten weltweit laufen darauf. Die Stärke liegt in der Verfügbarkeit von Themes, Plugins und Entwicklern; jeder mittelalte Online-Fotograf, der sein eigenes Portfolio pflegt, findet sich nach einer Stunde im Backend zurecht. Die Schwäche liegt in der Plugin-Ökonomie: zu viele Plugins führen zu Performance- und Sicherheits-Problemen.
Statische Generatoren als dritter Weg
Seit etwa 2018 ist eine dritte Klasse relevant: statische Site-Generatoren wie Astro, Hugo, Eleventy oder Next.js (im SSG-Modus). Sie produzieren reines HTML, das ohne Server-Datenbank ausgeliefert wird. Vorteil: extreme Performance, einfache Wartung, niedrige Hosting-Kosten. Nachteil: keine User-Friendly Backend-UI für die Redaktion — Texte werden in Markdown-Files geändert. Für tech-affine Mandanten oder Mini-Sites wie diese hier ist das die schlankste Lösung.
Die richtige Wahl 2026
Eine pragmatische Entscheidungs-Logik aus zwanzig Jahren Praxis: bei mehreren Sprachen und großen Inhalts-Beständen Typo3, bei Standard-Mittelstand WordPress, bei tech-getriebenen Mandaten ohne klassische Redaktions-Pflicht ein statischer Generator. Was nie funktioniert: das CMS nach Modetrends wählen statt nach den Pflege-Realitäten des Auftraggebers.